Fünf Fragen an...Fenja Wittneven-Welter

Fenja Wittneven-Welter ist Stadtverordnete für Küdinghoven, Ramersdorf und Oberkassel und tritt auch bei der Kommunalwahl im September wieder als Stadtratskandidatin an. Die gebürtige Bremerin zog als Kind bereits nach Rheinbach und schnupperte damit erstmals rheinische Luft. Nach dem Abitur studierte sie in Köln und Madrid, zog dann mit ihrem Mann nach Sankt Petersburg und lebt schließlich seit 2002 mit ihrer Familie mit 2 Kindern in Ramersdorf, wo sie sich seit 2014 kommunalpolitisch engagiert.

Wir haben Fenja Wittneven-Welter fünf Fragen gestellt – zu ihrem Herzensthema, ihren Zielen für Bonn und zur Bedeutung von Solidarität in diesen Tagen.

Warum möchtest du in den Stadtrat?

Ich möchte meine Arbeit der letzten 6 Jahre im Stadtrat weiterführen. Denn wir brauchen im Stadtrat eine starke SPD, wir sind dort der Motor für mehr soziale Gerechtigkeit, die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen, dem Ausbau der Kinderbetreuung und für dezentrale Angebote wie Schwimmbäder und Bürgerdienste in allen Stadtteilen. Um Bonn endlich wieder voranzubringen und das Potential unserer Stadt zu nutzen, wollen wir nun auch endlich wieder eine andere Mehrheit im Stadtrat schaffen.
Aber auch bei mir vor Ort gibt es viel zu tun: wir brauchen endlich barrierefreie Haltestellen von Ramersdorf bis Oberkassel, mehr Betreuungsplätze in unseren Kindertagesstätten und Schulen, Neubauten an den Grundschulen für Mensa und Offene Ganztagsbetreuung. Das ist nur ein Ausschnitt der Probleme, die ich gemeinsam mit der SPD in Bonn lösen will. Es gibt Einiges zu tun!

Und welches Thema liegt dir besonders am Herzen?

Es sind gleich zwei: Sport und Kultur. Das klingt zunächst wie ein Gegensatz. Doch tatsächlich gehören beide eng zusammen. Sport und Kultur verbinden die Menschen, sind ein Kitt für die Stadtgesellschaft, fördern die Integration und werden gleichermaßen von Profis und Ehrenamtlern getragen. Kultur ist ungeheuer vielfältig in Bonn. Wir müssen alle diese Facetten der Kultur vernünftig finanzieren und auch dafür sorgen, dass alle Einrichtungen die Hilfe erhalten, die sie brauchen, um die Corona-Krise zu überstehen.
Die Bedeutung des Sports für die Integration und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist nicht zu unterschätzen. Denn hier zählen allein die Leistung, die Fairness, die gemeinsamen Werte in der Gruppe. Dafür müssen wir gute Bedingungen für den Sport schaffen! Der Sportentwicklungsplan, den wir letztes Jahr im Sportausschuss beschlossen haben, ist ein Fahrplan für die Modernisierung unserer Sportanlagen, den wir zügig umsetzen müssen.

Was bedeutet Solidarität für dich?

Solidarität bedeutet für mich, dass wir keinen zurücklassen dürfen und jeder teilhaben kann an den öffentlichen Angeboten. Das kann heißen, dass Busse und Bahnen zuverlässig überall hinfahren und die Ticketpreise bezahlbar sind, sodass man auch ohne Auto mobil sein kann. Die Menschen müssen eine Infrastruktur vorfinden, die ihnen erlaubt, dort einzukaufen wo sie wohnen, den Ausweis in ihrem Stadtbezirk zu beantragen und ortsnah schwimmen zu gehen oder einen Kitaplatz zu finden. Solidarität bedeutet auch, dass wir in allen Stadtteilen gute Schulen und Kitas schaffen, damit wir Chancengleichheit gewährleisten. Und schließlich hat der Begriff der Solidarität in der Corona-Krise noch mal eine neue Bedeutung hinzugewonnen: wir müssen solidarisch sein mit denen, die besonders unter den Auswirkungen der Pandemie leiden.

Wie bist du zur Politik und zur SPD gekommen?

Ich war schon immer politisch aktiv, das fing schon als Schülersprecherin in der Schule an. Als ich dann Anfang der 2000er Jahre mit meiner kleinen Familie nach Ramersdorf zog, da merkte ich, wie sehr kommunalpolitische Entscheidungen ganz konkret das Leben vor Ort prägen. Das wollte ich nicht nur anderen überlassen. So bin ich in die SPD eingetreten, die Partei, die das Soziale und das Demokratische im Namen trägt und die, wie keine andere Partei, für Gleichberechtigung steht.

Was ist deine Vision für unsere Stadt in fünf Jahren?

Wir haben eine Menge neuer Gebäude gebaut, die den Menschen dienen. Schulen, Sporthallen, Kitas und hoffentlich ein neues Stadthaus. Und wir sind fertig mit den Sanierungen alter Gebäude wie dem Opernhaus, der Beethovenhalle oder dem Frankenbad. Wir haben eine Seilbahn vom Venusberg bis nach Beuel. Der Fahrradverkehr und Bus und Bahn bringen uns schnell und zuverlässiger von A nach B. Die Stadt hat sich dem Rhein zugewandt und mit dem sanierten Opernhaus, seinem vielfältig genutzten Vorplatz und dem neu gestalteten Rheinufer ganz neue und offene Orte am Rhein geschaffen.