Fünf Fragen an...Gabi Mayer

Gabi Mayer kandidiert in Duisdorf und Medinghoven für den Stadtrat. Aufgewachsen in Lengsdorf lebt sie seit jeher im Hardtberg, seit 2003 mit ihrer Familie in Medinghoven. Sie studierte Verwaltungswissenschaften an der Hochschule des Bundes und leitet nach verschiedenen Stationen in der Fachverwaltung seit 2014 das Referat Finanzmanagement des Bundesverwaltungsamtes. Seit sechs Jahren ist sie Mitglied des Stadtrates.

Wir haben Gabi Mayer fünf Fragen gestellt – zu ihrer Motivation für den Stadtrat, der Bedeutung von Solidarität und ihrem Weg zur SPD.

Warum möchtest du in den Stadtrat?

Ich möchte gern meine erfolgreiche Arbeit im Stadtrat fortsetzen, um für die Menschen in Bonn und in meinem Wahlkreis etwas zu verbessern. Ich bin bereits seit 2014 Mitglied im Rat der Stadt Bonn und vertrete für die SPD den Wahlkreis Duisdorf und Medinghoven; meine Schwerpunktthemen sind Sport und Verkehr. Als stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Rat, verkehrs- und sportpolitische Sprecherin arbeite ich mit großem Engagement für die Menschen in meiner Heimatstadt. Etwas aktiv zu gestalten, zu verändern, anzupacken, das macht mir Freude. .

Welches Thema liegt dir besonders am Herzen?

Meine Verantwortlichkeit für die verkehrspolitischen Themen bringt auch die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Stadtwerke Bus & Bahn sowie des Zweckverbandes des Verkehrsverbundes Bonn/Rhein-Sieg mit sich, die mir ein umfassendes Verständnis der wichtigen Verkehrsthemen ermöglicht. Beides sind sehr spannenden Themenfelder, in denen man viel für die Entwicklung der Stadt erreichen kann. In den vergangenen sechs Jahren waren wir als SPD-Fraktion in der Opposition oft der Treiber für Umsetzungen. Das erworbene Wissen würde ich gern in der nächsten Wahlperiode des Rates weiter einbringen und zum Wohl der Menschen in Bonn arbeiten. Dabei ist die Arbeit in meinem Wahlkreis, für die berühmte Parkbank oder den nicht gereinigten Fußweg genauso wie die Belange der sozialen Einrichtungen, Jugend und der älteren Menschen eine besondere Herzensangelegenheit.

Was bedeutet Solidarität für dich?

Die Entwicklung in Bonn und Hardtberg muss sozial ausgewogen gestaltet sein. Genügend anständige Wohnungen auch für Menschen mit geringem Einkommen sind so wichtig wie sichere Radwege und bezahlbare Busse und Bahnen. Genügend Betreuungsplätze für den Nachwuchs und ein förderndes Schulangebot für alle müssen geschaffen werden. Erhaltung und Schutz von Wald und Feld im Sinne des Klimaschutzes, aber auch Spielplätze und Parks im Schatten sind gerade für diejenigen, die keinen Garten hinter dem Haus haben, von besonderer Bedeutung. Die soziale Verantwortung muss die Richtschnur und der Kompass aller politischer Entscheidungen werden. Die Corona-Krise hat Bonn und auch Duisdorf und die Menschen, die hier leben, heftig getroffen, und viele(s) verändert. Umso wichtiger ist es, jetzt an einem Strang zu ziehen und zusammenzuhalten. Viele Initiativen und jeder und jede Einzelne von Ihnen helfen mit, unsere Geschäfte vor Ort zu unterstützen, uns um unsere Nachbarn zu kümmern, Menschen mit besonderem Risiko zu schützen und unseren Hilfsorganisationen die Arbeit zu erleichtern. Das ist gelebte Solidarität.
Was wir dennoch gerade jetzt brauchen, ist ein mutiger Blick in die Zukunft. Wir müssen im Blick haben, wie wir zusammenleben wollen, und tun, was dafür notwendig ist. Wir brauchen Schwerpunkte und eine klare Vorstellung von der Entwicklung unserer Ortsteile.

Wie bist du zur Politik und zur SPD gekommen?

Für Politik interessierte ich mich schon früh. Als ein "Kind der Friedensbewegung" bin ich durch die kirchliche Jugendarbeit politisch geprägt. Mein Jugendzentrum war im Hermann-Ehlers-Haus in Duisdorf und meine Kirche die Matthäikirche. Gegen Atomwaffen und Atomkraft, auf den großen Kirchentagen in Hamburg und Hannover und den Friedensdemos auf der Hofgartenwiese in Bonn, haben mich die großen politischen Themen interessiert. Aus der Überzeugung heraus, dass es besser ist, etwas im Verein zu verändern, als außen zu stehen und zu "meckern", war und ist für mich die SPD meine politische Heimat; ihre politischen Forderungen und Ziele waren mir trotz aller auch abweichender Meinungen immer am nächsten, sodass ich 1990 in die Partei eingetreten bin. Bis ich politisch aktiv wurde, vergingen dann aber noch viele Jahre. Beruf, Kinder, später auch unser Häuschen, das alles hat mein Leben erst mal voll ausgefüllt. Erst als die Kinder größer waren, habe ich begonnen, mich politisch zu engagieren.

Was ist deine Vision für unsere Stadt in fünf Jahren?

In meinem Bonn 2025 sind viele bezahlbare Wohnungen entstanden; Studierende finden ein Zimmer in den neuen Studierendenwohnheimen und es gibt ein deutlich größeres Angebot an Wohnmöglichkeiten für Singles und Ältere oder behinderte Menschen, die eine barrierefreie Wohnung brauchen. Mein Bonn hat in fünf Jahren Fahrradschutzstreifen in Radwege umgewandelt und die Innenstadt ist autofrei. Kosten für Bus und Bahnfahren werden solidarisch auf die Bevölkerung umgelegt, sind also steuerfinanziert. Die aktuellen Kita- und Schulsanierungsprojekte sind abgeschlossen. Der aktuelle Schulentwicklungsplan hat ergeben, dass Bonn eine weitere Gesamtschule benötigt. Die wird im Stadtbezirk Hardtberg errichtet. Die Planung dafür hat begonnen. Das Hardtbergbad und das Frankenbad sind saniert. Das neue Kurfürstenbad befindet sich im Bau, und gerade hat man begonnen, das Schwimmbad im Sportpark Nord umzugestalten. Außerdem ist eine neue Sporthalle gebaut worden; und etliche Sanierungsprojekte sind angeschoben worden.