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Nothilfe für Studierende kommt zu spät

Seit dem 16. Juni können Studierende, die durch die Corona-Pandemie in finanzielle Nöte geraten sind, bei den Studierendenwerken eine finanzielle Nothilfe in Höhe von bis zu 500 Euro beantragen. 

Alois Saß, Sprecher im Ausschuss für Internationales und Wissenschaft des Rates der Stadt Bonn, dankt dem Bonner Studierendenwerk für die schnelle Bearbeitung der Anträge: „Bis jetzt sind schon mehr als die Hälfte der etwa 1.500 eingegangenen Anträge auf Nothilfe vom Studierendenwerk bearbeitet worden. Gut, dass hier bereits die meisten Anträge positiv beschieden werden konnten und den Studierenden somit, nachdem die Möglichkeiten endlich bestanden, schnell geholfen werden konnte. Dafür danke ich den Beschäftigten des Studierendenwerks, die trotz der kurzfristigen Beauftragung mit der Verteilung der Gelder sofort mit der Umsetzung begonnen haben, sodass die Anträge zeitnah bearbeitet werden konnten. Hierfür wurde extra eine eigene Arbeitsgruppe gebildet, die neben den normalerweise anfallenden Aufgaben nun über die Anträge entscheiden.“

Jessica Rosenthal, Vorsitzende der Bonner SPD und Vorsitzende der NRW-Jusos, kritisiert die zuständige Ministerin Anja Karliczek (CDU): „Seit April warten die Studierenden auf finanzielle Unterstützung. Es hat viel zu lange gedauert, bis Frau Karliczek endlich bereit war, den Studierenden mehr als nur zinsfreie Darlehen zu gewähren. Viele Studierende sind durch die Corona-Pandemie arbeitslos geworden, müssen aber dennoch hohe Mieten und ihren Lebensunterhalt finanzieren. Dass hier die zuständige Ministerin erst auf Druck der SPD bereit war, den Studierenden eine kaum ausreichende finanzielle Nothilfe zu gewähren, ist unverständlich. Die CDU-Ministerin ignoriert die Notlage und Bedürfnisse von rund drei Millionen Studierenden in der Krise und zeigt – wie auch bei der Mindestausbildungsvergütung – wieder einmal, dass sie für ein auskömmliches Leben junger Menschen keinen Finger krumm macht.“

Hintergrund: Zahlreiche Studierende sind durch den Wegfall von Nebenjobs, etwa in der Gastronomie, von Einkommenseinbußen betroffen. Erst nach zahlreichen Protesten von Studierenden und auf Druck der SPD war die Bildungs- und Forschungsministerin der Bundesregierung bereit, eine finanzielle Nothilfe einzurichten, die über die Studierendenwerke an Studierende in finanziellen Nöten ausgezahlt wird. Die Beantragung ist seit dem 16. Juni 2020 möglich.

Pressemitteilung

07.07.2020 | PDF | Download